krimis in Europa
n°1 Mai-Juni 2005

 

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Le secret du Docteur Danglars
Jean Contrucci

Editions JC Lattés • 2004

Jacques Lerognon
Übersetzung: Alexander Ruoff

 

Nach L'énigme de la Blancarde und La faute de l'Abbé Richaud liegt nun der dritte Teil der Nouveaux Mystères de Marseille vor, die am Ende des 19. Jahrhunderts spielen.

1899. Raoul Signoret, Reporter bei der Marseiller Zeitung »Le Petit Provençal« wird Zeuge der öffentlichen Hinrichtung eines Anarchisten. Kurz darauf macht er die Bekanntschaft mit Bouillot, einem Drucker, der ihn mit der anarchistischen Bewegung vertraut macht. Er ist es auch, der ihm hilft, hinter das Geheimnis Doktor Danglars zu kommen, dessen Prozess wegen illegaler Abtreibung zur gleichen Zeit stattfindet. Warum wird dieser Mann, dessen Hilfsbereitschaft ihn zu den Armen führt, von vielen von ihnen nicht gern gesehen? Und welches Geheimnis verbirgt sich hinter der Fassade seines schönen Hauses im schicken Viertel St. Giniez? Hat er etwa von seiner Reise in den Fernen Osten einen Hang zum Opium mitgebracht?

Dieser Historienroman ist perfekt im Stil des »traditionellen Feuilletonromans« gehalten und dabei doch ausgesprochen modern. Contrucci beweist aufs neue seine humanistischen Überzeugungen, die wir schon an seinen ersten beiden Romanen zu schätzen gewusst haben. Unter anderem ergreift er die Gelegenheit, um ein Plädoyer gegen die Todesstrafe, den demokratischen Mord, zu halten. Mit einem Witz, der erlaubt dem Schlimmsten zu widerstehen, beschreibt er die Ausbeutung der Arbeiter und die fürchterlichen Arbeitsbedingungen, die ihre Gesundheit ruinieren. In diesem dritten Abenteuer von Raoul trifft man mit großer Freude wieder auf seine wunderschöne Frau Cécile, seine Tante Thérèse und seinen Onkel Eugène, den stellvertretenden Polizeichef von Marseille. Dieser kleine Familienkreis verleiht dem Roman Poesie und mediterrane Sanftmut.

 

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