Es
ist eine Reise ans Ende des Lebens, auf die uns Marcus Malte
in seinen vier Erzählungen einlädt: Geschichten über
das Leben, die Liebe, den Tod. Die ewige Dreieinigkeit, an der
wir uns alle stoßen. Vier menschliche Stimmen, die über
sich erzählen, über den Tod eines Vaters, eines Sohnes,
einer Geliebten... Die über das Unsagbare sprechen, darüber,
was das Leid aus dem Leben eines Menschen machen kann. Eine Hölle,
für sich selbst und für die Anderen. In jeder dieser
Erzählungen erklärt uns eine menschliches Wesen ein
kleines Stück seines Lebens um seine Last mit uns zu teilen.
Man
könnte von Beichten sprechen, aber zu keinem Moment hat
der Leser den Eindruck, als heischten diese Menschen nach einer
Entschuldigung oder wollten auch nur ihr Gewissen erleichtern.
Sie versuchen ganz einfach das auszudrücken, was sie in
den intensivsten Momenten ihres Lebens empfunden haben, in ihren
Leidensmomenten, ein Wort, das hier ganz in seinem mythologischen
Sinn zu verstehen ist...
Eines
der schwärzesten Bücher in diesem ersten Drittel des
Jahres 2005 und auch eines der schönsten. Der Autor schafft
es in jeder dieser kurzen Erzählungen, den Text selbst durch
eine einfache und aufs nötigste reduzierte Sprache verschwinden
zu lassen, so dass nur die reine Emotion bleibt. Einfach aber
nicht simplizistisch. Eine sehr schöne Stilübung.
Und
Marcus Malte verliert darüber nie die Geschichten selbst
aus den Augen: Eine jede ist von einer exemplarischen Wucht,
die das Wichtigste nie vergisst: Den Menschen, der sich im Wirrwar
seiner Gefühle verliert, der, zerrissen und verloren durch
die seltsamen Wege, über die sein Schicksal ihn führt,
sein Leben nicht mehr meistern kann und unter seiner Last zerbricht.