krimis in Europa
n°1 Mai-Juni 2005

 

>> Festivalbericht

La Cambuse du Noir

• Valence (Frankreich) • vom 4. bis 6. März 2005

Corinne Naidet
Übersetzung: Alexander Ruoff

Im neunten Jahr dieses Festivals wurde der Krimi an einem erstaunlichen Ort gefeiert: in einer ehemaligen, nun säkularisierten Kapelle. An die dreißig französische Autoren waren versammelt und diskutierten mit einem zahlreichen und treuen Publikum. Dieses Festival wird von Fachleuten organisiert: Jean Claude Lecocq und Serge Rey, den Buchhändlern von »Urubu« in Valence, die sich auf den "Roman noir" spezialisiert haben und von Les travailleurs du Noir (Die Schwarzarbeiter), einer libertären und ausgesprochen dynamischen Vereinigung.

Ohne jegliche Subvention haben die ohne jegliche Finanzierung arbeitenden Aktivisten einen großen Erfolg erzielt: Ein Treffen, bei dem das Publikum Berge von Büchern kauft (was nicht oft vorkommt) in einer unvergesslichen, freundschaftlichen Atmosphäre. Eine besondere Stimmung ohne Literaturcafé und Vortragsveranstaltung, dafür aber Leser, die stundenlang mit den anwesenden Schriftstellern diskutieren.

Während des Festivals wird der Preis "polar derrière les murs" (Krimi hinter Mauern) vergeben: Das ganze Jahr über werden den Gefangenen des Gefängnisses in der Region Rhône-Alpes Bücher vorgestellt. Anfang 2005 wurden dann mit Hilfe diverser Organisationen ihre Empfehlungen zusammengetragen. Dieses Jahr ging der Preis an Hannelore Cayre mit Commis d'office, erschienen im Verlag Métailié.

>> Fotobericht der Veranstaltung


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