krimis in Europa
n°2 July-August-September 2005

 

 

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Gloria Mundi
Fernando Morillo

Editorial Ttarttalo
• 2005

Javier Abasolo, Schriftsteller
Übersetzung: Susanne Lenze


Ein junger Schriftsteller, Fernando Morillo aus der baskischen Provinz Guipúzcoa, gewann mit Gloria Mundi 2004 den Agustín Zubikarai Preis für seinen auf baskisch veröffentlichten Roman. Vor einigen Tagen hat der Verlag Ttarttalo in seiner Kollektion „Abra“ den Roman auf Spanisch (kastilische Mundart) mit dem gleichen Titel veröffentlicht. Die Tatsache, dass das Original auf Latein ist, macht es einfacher, den Text ins kastilische, baskische oder polnische zu übertragen.

Gloria Mundi ist ein Roman, der die Epoche des Kalten Krieges mit der aktuellen Donostia (bask. Name für San Sebastian.) verknüpft, in dem reale Persönlichkeiten mit fiktiven vermischt werden.

Im Jahre 1947 entdeckt Robert Oppenheimer, Vater des „Manhattan Projektes“, zufällig die Existenz einer Theorie, die die eigene Stabilität des Planeten in Gefahr bringen könnte. Entsetzt über seine möglichen Konsequenzen tritt er in Kontakt mit Albert Einstein und anderen Wissenschaftlern hohen Ranges, um zu verhindern, dass dieses Projekt umgesetzt wird. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse können nicht von einer Person monopolisiert und von der Öffentlichkeit geheim gehalten werden, sondern dass, was eine geniale Person entdeckt hat, kann genauso gut auch von einer anderen genauso schlauen Person, etwas später entdeckt werden. Das ist, was Mireira Elosegi, eine leidenschaftliche Wissenschaftlerin aus Donostia, passiert, die glaubt diesen neuen Stein der Weisen entdeckt zu haben, dessen Existenz einige Generationen an Wissenschaftlern zuvor leugneten. Wägt man den guten Willen von vielen Wissenschaftlern oder Forschern ab, muss man auch feststellen, dass in diesen Zeiten die Wissenschaft weder neutral noch frei von dem Spiel der großen Mächte ist, was den CIA und eine mysteriöse Organisation mit unbekannten Zielen bald veranlasst zu intervenieren.In Mitten dieses Chaos sehen sich ein Journalist namens Joseba, ein (früherer intimer) Ex- Freund von Mireira Elosegi und seine aktuelle Freundin, eine baskische Polizistin namens Amaia, gezwungen zu intervenieren, um Ordnung in das wachsende Chaos zu bringen, ein Chaos, das auch die persönlichen Gefühle betrifft.

Mit Gloria Mundi vertieft sich der baskische Roman in internationale Intrigen, bleibt dabei aber mit den Füßen fest auf baskischem Boden. Es ist ein sehr komplexer Roman, der uns aber eine stringente Geschichte erzählt, einfach zu lesen und mit einer pädagogischen Berufung, die normalerweise kontraproduktiv ist, aber in diesem Fall, der Erzählung über Wissenschaft und Forschung nichts anhaben kann. Der Autor behandelt diese Themen mit Leidenschaft, ohne dabei unkritisch zu werden, da er die Unzulänglichkeiten der Wissenschaft gut zu kennen scheint.


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