Er
ist weit weg (Vietnam) und es ist lange her (im XVII Jahrhundert),
aber zu seinem fünften Abenteuer ist er wieder da, der unwiderstehliche
Mandarin Tân, geschaffen von den Schwestern Tran-Nhut. Zurück
aus dem Norden des Reichs und in Begleitung seines Getreuen, dem
gelehrten Dinh, macht er Halt in der Hafenstadt Faifo, wo der Gelehrte
vom reichen kulturellen Leben profitieren möchte. Tân
aber ist gezwungen, wieder in den Norden zurückzukehren und
den Süden zu verlassen, der immer weniger die Autorität
des Herrschers anerkennt und immer offener den Aufstand vorbereitet.
Zu allem Unglück wird Dinh am zweiten Abend eine Falle gestellt
und er sieht sich des Mordes an Frau Prune angeklagt, der Besitzerin
einer der Spelunken der Stadt. Tân bittet nun Herrn Canh, den
einzigen ehrlichen Beamten und Angestellten des Gerichts, ihn den
Fall aufzuklären zu lassen, um die Unschuld seines Freundes
zu beweisen. Dabei entdeckt er zufällig, dass seit über
einem Jahr ein Menschenfresser in der Gegend sein Unwesen treibt,
der im letzten Jahr vier Jugendliche gegessen und erst kürzlich
vier Großmütter verspeist hat. Wie zuvor schickte er an
das Gericht zwei Hände und zwei Füße zusammen mit
der sarkastischen Unterschrift: Der Feinschmecker.
Auch diesmal
ist es eine Freude, Tân und Dinh und mit ihnen
die überbordende Boshaftigkeit ihrer Autorinnen wiederzutreffen.
Die Actionszenen sind wie immer gelungen, die gastronomischen und
erotischen Beschreibungen wie immer sehr amüsant und unterhaltsam.
Der perfekte Aufbau des Plots lässte die Freude und Lebendigkeit
beim Lesen des fünften Abenteuers von Tân voll zur Geltung
kommen, vor allem bei der urkomischen Szene, in der Tân und
zwei Schergen mit vier aufgebrachten Großmüttern konfrontiert
sind, die glauben, dass die drei sie daran hindern wollen, durch
ein Wunder ihre Jugend wiederzufinden. Nichtsdestotrotz, die Bilanz
ist dunkel, die beschriebene Periode aufgewühlt und Künderin
von Dramen. Das Ende des Romans mit seiner vehementen Anklage gegen
eine Gesellschaft, die gnadenlos alle unterdrückt, die anders
sind, ist besonders bewegend. Wieder einmal haben die Autorinnen
es geschafft, dass man über Lachen und Schmunzeln ins Nachdenken
gerät.