krimis in Europa
n°6 August-September-Oktober 2006

 

 

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Manta Corridor
Dominique Sylvain

Viviane Hamy • 2006

Sophie Colpaert
Übersetzung: Katrin Schielke

 

Lady Mba macht sich Sorgen: Die Chefin der Zaubereien von Dakar hat schon lange nichts mehr von Louis, ihrem Haarwäscher gehört, und spürt, dass etwas in der Luft liegt. Sie vertraut sich Maxime Duchamp an, der nebenan, das Restaurant Belles de jour comme de nuit leitet. Und dieser Maxime wiederum wendet sich an zwei seiner Kundinnen und Freundinnen, Lola Jost und Ingrid Diesel.

Die erste ist Kommissarin in Rente, während die zweite, Amerikanerin, tagsüber massiert und nachts verteufelt künstlerische Stripteasenummern hinlegt. Die beiden sind eng miteinander verbunden, wo eigentlich alles sie trennen könnte. Zusammen ermitteln sie, nur um den Freunden bei ihren Sorgen zu helfen.

Aber nun ist Sommer und es ist heiß! Lola macht bei dieser Aufgabe das Alter und ihr Gewicht zu schaffen in einem Paris in der Brüte, während Ingrid darin eine Gelegenheit sieht, ihren traurigen Geist abzulenken. Das Duo begibt sich also in den Friseursalon von Lady Mba und entdeckt ein buntes, parfümiertes Universum, das von einer zum Ort passenden Stammkundschaft besucht wird. Lady selbst ist ein Gedicht. Sie ist die einzige Frau des Viertels, die es, was den Bauchumfang und die Charakterstärke angeht, mit Lola Jost aufnehmen kann. Literaturzitate gegen afrikanische Sprichwörter, so spinnen die beiden Frauen rasch eine Beziehung, die auf gegenseitigen Respekt baut. Aber bei all dem wissen wir immer noch nicht, wo nun Louis hingekommen ist und was ihn dazu veranlasst hat, einfach so zu verschwinden.

Ganz geduldig setzen Ingrid und Lola das Puzzle der Vergangenheit von Louis zusammen und entdecken so einen Tauchclub am anderen Ende der Welt, dessen Ruf unter einem Unfall gelitten hat.

Dieser dritte Band der Ermittlungen von Ingrid Diesel und Lola Jost ist eine wahre Freude. Man findet dort all das wieder, was diese Serie so attraktiv macht: schillernde Persönlichkeiten, die in einer sie stärkenden Kiezgemeinschaft leben, eine sehr bedachte Erzählform, feine Dialoge und viel Humor.

So ist also auch Dominique Sylvains zehnter Roman ein echtes Vergnügen.

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