krimis in Europa
n°6 August-September-Oktober 2006

 

 

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Geheimnisvolles für kleine und große Kinder

El cuento de nunca acabar y otros misterios

Enrique Pérez Díaz

2005 • 181 páginas

Àlex Martín Escribà
Übersetzung: Claudia Manthey

 

Wenn Sie Hexen kennen lernen wollen, die immer noch auf Besen reiten, Detektivhunde mit einer Vorliebe für Süßigkeiten, Pfauen mit prachtvollem Gefieder oder Landschaftsdiebe müssen Sie dafür nur die Anthologie Cuentos de nunca acabar y otros misterios- Unendliche Geschichten und andere Rätsel lesen.

Dies kubanischen Erzählungen wenden sich an all jene Leser - ob kleine oder große Kinder - die lustige und fantastische Abenteuer in Kurzgeschichten verpackt, erleben wollen. Diese Art Erzählungen - in Kuba erstmals in den 80iger Jahren von Antonio Benítez Rojo veröffentlicht - und von Autoren wie Rodolfo Pérez Valero und Esther Suárez Durán fortgeführt, sahen sich bald von einer Erfolgswelle überrollt und erreichten einen Bekanntheitsgrad, wie nur wenige Erzählformen. Die Begeisterung für diese Erzählungen und die hohen Verkaufszahlen der letzten Jahrzehnte haben bewirkt, dass dieser Erzähltyp in Kuba weiterhin gepflegt wird.

Der Sammelband enthält Erzählungen mit geheimnisvollem und im weitestem Sinn krimihaften Inhalt. Die Cuentos de nunca acabar y otros misterios schaffen es meisterhaft, Lesevergnügen und Lehrinhalt miteinander zu verbinden.

Von der Gruppe der 30 Autoren - unter ihnen Journalisten, Dichter und Schauspieler und natürlich auch der Herausgeber Enrique Pérez Díaz - erreichen uns Texte, die die Regeln des Genres unterlaufen und mit den verschiedenen Formen spielen ohne dabei etwas von ihrer Hommage an die großen Ermittler zu verschenken.

Obwohl einige Geschichten fantastische Elemente haben und andere eher Krimi- oder sogar noir -Charakter haben, sind alle unterhaltsam und gesellschaftskritisch.

Weiterhin verbindet die Erzählungen, dass die sympathischen Figuren, Kinder und Tiere den beliebten Protagonisten der Kinder- und Jugendliteratur entsprechen. Wenn man sich beim Lesen Zeit nimmt, wird man merken, daß alle Geschichten wirklich berühren, weil sie Humor, Ironie und auch kubanische Besonderheiten lehren, und den Leser damit zum Teil dieser Gesellschaft werden lassen.

Aus all diesen Gründen empfehle ich diese großartigen Geschichten und gratuliere dem Union-Verlag zu seiner Initiative und dem Herausgeber Enrique Pérez Díaz für seine gelungene Zusammenstellung, nicht nur in Hinblick auf ihr Unterhaltsamkeit sondern auch für die literarische Qualität, die heutzutage leider oft zu wünschen übrig lässt. Abschließend muss ich Ihnen leider mitteilen, dass die Geschichten doch ein Ende haben und der Verfasser in diesem Punkt gelogen hat. Aber in Kürze wird er uns sicher mit einem zweiten Band überraschen und begeistern.

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