krimis in Europa
n°6 August-September-Oktober 2006

 

 

>> Porträt

James McClure
9. Oktober 1939, Johannesburg, Südafrika
17. Juni 2006, Oxford, Brite

Claude Mesplède
Übersetzung: Andrea Stephani

 

© Zeki

Der britische Schriftsteller James McClure hat seinen Kampf gegen die Leukämie verloren. Er starb am 17. Juni 2005 in einem Krankenhaus in Oxford.

Aufgewachsen in Pietermaritzburg, Südafrika. Er arbeitet zunächst als Werbefotograf, dann vier Jahre lang als Lehrer und wird schließlich Gerichtsreporter. 1965 wandert er nach Großbritannien aus und arbeitet für die Daily Mail in Edin­burgh, später dann für die Oxford Times.

Sein erstes Buch, Begräbnis inklusive oder Ein Sarg mit falscher Adresse (The Steam Pig, 1971) ist der Auftakt zu einer Reihe, deren Hauptakteure zwei südafrikanische Polizisten sind: der burische Lieutenant Tromp Kramer vom Morddezernat Trekkersburg und sein Kollege, Bantu Detective Sergeant Mickey Zondi. Im Blickpunkt dieser Serie steht die Zusammenarbeit eines Weißen und eines Schwarzen unter einem Apartheidregime, aus deren Kooperation schnell eine Freundschaft erwächst. Bei ihrem ersten Auftritt untersuchen sie den Mord an einer jungen Musiklehrerin. Als sie Stück für Stück ihre Vergangenheit rekonstruieren, entdecken sie, dass das Leben eines Bruders und einer Schwester an dem Tag eine abrupte Wendung nahm, als ihnen eine Blutentnahme eine "schwarze" Herkunft offenbarte.

Im zweiten Band, Nachtspiele oder Ein vorwitziges Kind (The Caterpillar Cop, 1972) untersuchen sie den Mord an einem strangulierten und verstümmelten Jugendlichen. Das Opfer war Mitglied im "Detektivclub", einer vom Innenministerium finanzierten Organisation, die Schüler als Polizeihilfskräfte anwirbt. Weitere Bände sind Beichtgeheimnisse oder Geheime Sünden, bar bezahlt (The Gooseberry Fool, 1974), Im Bann der Schlange oder Die Viper (Snake, 1975), Ein Opfer für den Henker oder Mord am Galgen (The Sunday Hangman, 1977), Die Jagd nach dem Schatten (The Blood of an Englishman, 1980), Kalte Revanche (The Artful Egg, 1984).

Die schwarze Hexe (The Song Dog, 1991) erschien erst deutlich später, stellt aber eigentlich den Beginn der Serie dar: Hier begegnet Kramer zum ersten Mal Zondi, der ihm bei der Lösung eines verwickelten Falls in einem abgelegenen Nest im Norden von Zululand zur Seite steht. Die Geschichte spielt wohl zu Beginn der 60er Jahre, denn es wird die bevorstehende Inhaftierung eines Anwalts und ANC-Mitglieds namens Nelson Mandela erwähnt.

Geschickte Handlungsführung und feiner Humor: Diese Romane halten einen in Atem. Zudem erlauben sie Einblicke in das Leben in Südafrika vor dem Ende der Apartheid.

 

Bibliographie

Four and Twenty Virgins (1974)
Rogue Eagle (1976)

Kramer & Zondi-Reihe

The Song Dog (1991) (Die schwarze Hexe, Rowohlt, 1993)
The Steam Pig (1971) (Begräbnis inklusive, Rowohlt, 1994; Ein Sarg mit falscher Adresse, Scherz, 1975)
The Caterpillar Cop, 1972 (Nachtspiele, Rowohlt, 1994; Ein vorwitziges Kind , Scherz, 1975)
The Gooseberry Fool, 1974 (Beichtgeheimnisse, Rowohlt, 1995; Geheime Sünden, bar bezahlt, Scherz, 1976)
Snake, 1975 (Im Bann der Schlange, Rowohlt, 1995; Die Viper, Scherz, 1977)
The Sunday Hangman, 1977 (Ein Opfer für den Henker, Rowohlt, 1997; Mord am Galgen, Moewig, 1984)
The Blood of an Englishman, 1980 (Die Jagd nach dem Schatten, Rowohlt, 1996 und Moewig, 1985)
The Artful Egg, 1984 (Kalte Revanche, Rowohlt, 1997)

Weitere Titel außerhalb dieser Reihe

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