krimis in Europa
n°6 August-September-Oktober 2006

 

 

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LA GANGSTERERA
Spanische Fachzeitschrift

Etienne Borgers
Übersetzung: Alexander Ruoff

 

Im Juni 2004 erblickte diese Zeitschrift das Licht der Welt. Sie wurde von NOVELPOL intiiert, der spanischen Kulturvereinigung der »Freunde der Kriminalliteratur«. La Gangsterera erscheint zur Zeit drei Mal im Jahr in spanischer Sprache. im Titel der Zeitschrift klingt die »Ära des Gangsters«, die Epoche der Bösewichte an.
Der Chefredakteur der Zeitschrift ist Sébastian Rutés und Zeki hat die verantwortungsvolle Aufgabe des Herausgebers der Zeitschrift inne. Beide sind passionierte Kenner schwarzer Kriminalliteratur.
Mit ihrer Aufmachung (im Format Din A4) der ersten drei Nummern und ihren Verbindungen zu einer Gesellschaft zur Verteidigung der Kriminalliteratur hat diese Zeitschrift Ähnlichkeiten mit dem französischen Projekt 813 (das auch von einer lokalen Vereinigung der »Freunde der Kriminalliteratur herausgegeben wird).

Jede gedruckte Ausgabe von La Gangsterera umfasste 52 bis 66 großformatige Seiten in gepflegter Aufmachung. Seit der vierten Nummer (März 2006) hat sich die Aufmachung fundamental verändert, das Format wurde radikal auf 16 x 24 cm verkleinert, was u.a. zur Konsequenz hat, dass die Seitenzahl auf bis zu 116 angestiegen ist. Diese Veränderung hat nicht nur eine bessere Handhabbarkeit der Zeitschrift zur Folge. Durch die neue Präsentation, die größere Zahl von Illustrationen und Photos ist das Lesevergnügen noch gestiegen. Im Ergebnis hat diese neue und sehr sorgfältig durchgeführte Aufmachung dazu geführt, dass aus La Gangsterera eine richtige »Bibliothekszeitschrift« geworden ist.

Die Zeitschrift widmet sich hauptsächlich spanischen Autoren und lokalen Veröffentlichungen (in Übersetzung und im Original) und jede Ausgabe ist um ein zentrales Thema gruppiert. So widmete sich die Nummer 2 (April 2005) einem sehr interessanten Dossier über »Die neuen spanischen Autoren des roman noir«, in dem man die junge Generation der Schriftsteller kennenlernen konnte.
Das Dossier der Nummer 3 gilt dem »Schwarzen Comic« und bespricht die wichtigsten Zeichner aus dem amerikanischen, spanischen, hispanischen* und französischem Raum und das im Rahmen einer sehr gut recherchierten Serie von Artikeln von durchbleibend hohem Niveau. Das Ganze wird durch eine sehr willkommene Auswahlbibliographie abgerundet. Es ist ein Dossier, das es erlaubt, sich einem Medium zu nähern, das - zusammen mit dem Kino - den größten Einfluss auf die Weiterentwicklung des roman noir ausübt, indem es neue und originelle Werke aus dem Originalgenre schafft und sie mit den narrativen Codes des Comic erzählt.
In der Nummer 4 werden wir durch die Straßen und Gassen der unterschiedlichsten Städte geführt und entdecken dabei die allgegenwärtige Präsenz der Stadt im Roman und im schwarzen Kino.
Die nächste Nummer erscheint im Juni 2006 und sie wird ausschließlich Erzählungen (relatos) präsentieren, und zwar jene Erzählungen, die von dem Wettberwerb, der von Novelpol organisert worden ist, prämiert wurden. Sie werden begleitet von einigen anderen Erzählungen weiterer spanischer Autoren.
Wie einige andere Fachzeitschriften auch, veröffentlicht La Gangsterera Interviews mit Schriftstellern, Essays (zu erwähnen ist hier besonders eine Reihe von Artikeln über die Natur und das Wesen des schwarzen Kriminalromans), und nicht zu vergessen Erzählungen (relatos) lokaler Autoren, die man in allen Ausgaben finden kann.
Natürlich steht die spanischsprachige Kriminalliteratur im Zentrum der Zeitschrift, aber sie untersucht auch die unglaublich fruchtbare hispanische* Literatur.

Man sollte auch wissen, dass La Gangsterera bereits seit Anfang 2001 als website existierte, bevor sie dann schließlich in gedruckter Form herauskam. Schon damals kümmerte sie sich um die in Spanien publizierte Kriminalliteratur, um die lokalen Aktivitäten rund um den Krimi, die in vielen Artikeln besprochen wurden.
Dieses gut geführte webzine ist immer noch online und wird kontinuierlich auf den neuesten Stand gebracht. Dabei ist die elektronische Publikation ganz unabhängig vom Inhalt der gedruckten.
Man findet diese Seite unter: http://gangsterera.free.fr.
Die website stellt auch die Zusammenfassungen der Artikel der gedruckten Zeitschrift zur Verfügung sowie die Adressen unter denen sie zu beziehen ist.

Alles in allem ist die Zeitschrift La Gangsterera von großem Interesse angesichts der Anstrengung der spanischen Verlage, in großer Zahl Bücher jedweder Herkunft, die der Kriminalliteratur und dem roman noir zuzurechnen sind, zu veröffentlichen.
Sie ist nicht nur eine detaillierte Quelle über diese Art der Literatur, sondern auch über die Autoren, die aus der spanischen und hispanischen* Welt kommen, die immer noch nicht so recht bekannt ist. Von daher kann sie einem Autoren nahebringen, die einem sonst entgehen würden oder deren wahre Innovation und Kreativität durch eine mangelhafte Wahrnehmung ansonsten nicht in den Blick geriete.

La Gangsterera ist eine Fachzeitschrift, die mehr als notwendig ist: sie ist unverzichtbar.

(*) Diese Bezeichnung sollte in dem Sinne verstanden werden, wie sie in den USA benutzt wird, d.h.: spanischsprachig, aber nicht aus Spanien kommend, sondern zumeist aus Lateinamerika.

 

Allgemeine Informationen

La Gangsterera
Asociacion Cultural NOVELPOL
C/ Custodia n° 8 - 4°
Gijon 33208
Asturias
Spanien

e-mail: zeki@telecable.es

Preis pro Nummer: 5.- €

website: http://gangsterera.free.fr
(dort finden sich auch Hinweise auf die gedruckte Zeitschrift und die Kosten für ein Abonnement).

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