Im
Juni 2004 erblickte diese Zeitschrift das Licht der Welt. Sie wurde
von NOVELPOL intiiert, der spanischen Kulturvereinigung der »Freunde
der Kriminalliteratur«. La Gangsterera erscheint
zur Zeit drei Mal im Jahr in spanischer Sprache. im Titel der Zeitschrift
klingt die »Ära des Gangsters«, die Epoche der Bösewichte
an.
Der Chefredakteur der Zeitschrift ist
Sébastian Rutés
und Zeki hat die verantwortungsvolle Aufgabe des Herausgebers der
Zeitschrift inne. Beide sind passionierte Kenner schwarzer Kriminalliteratur.
Mit
ihrer Aufmachung (im Format Din A4) der ersten drei Nummern und
ihren Verbindungen zu einer Gesellschaft zur Verteidigung der Kriminalliteratur
hat diese Zeitschrift Ähnlichkeiten mit dem
französischen Projekt 813 (das auch von einer lokalen
Vereinigung der »Freunde der Kriminalliteratur herausgegeben
wird).
Jede gedruckte Ausgabe von La Gangsterera umfasste
52 bis 66 großformatige Seiten in gepflegter Aufmachung. Seit
der vierten Nummer (März 2006) hat sich die Aufmachung fundamental
verändert, das Format wurde radikal auf 16 x 24 cm verkleinert,
was u.a. zur Konsequenz hat, dass die Seitenzahl auf bis zu 116 angestiegen
ist. Diese Veränderung hat nicht nur eine bessere Handhabbarkeit
der Zeitschrift zur Folge. Durch die neue Präsentation, die
größere Zahl von Illustrationen und Photos ist das Lesevergnügen
noch gestiegen. Im Ergebnis hat diese neue und sehr sorgfältig
durchgeführte Aufmachung dazu geführt, dass aus La
Gangsterera eine richtige »Bibliothekszeitschrift« geworden
ist.
Die
Zeitschrift widmet sich hauptsächlich spanischen Autoren
und lokalen Veröffentlichungen (in Übersetzung und im Original)
und jede Ausgabe ist um ein zentrales Thema gruppiert. So widmete
sich die Nummer 2 (April 2005) einem sehr interessanten Dossier über »Die
neuen spanischen Autoren des roman noir«, in dem man die junge
Generation der Schriftsteller kennenlernen konnte.
Das Dossier der
Nummer 3 gilt dem »Schwarzen Comic« und
bespricht die wichtigsten Zeichner aus dem amerikanischen, spanischen,
hispanischen* und französischem Raum und das im Rahmen einer
sehr gut recherchierten Serie von Artikeln von durchbleibend hohem
Niveau. Das Ganze wird durch eine sehr willkommene Auswahlbibliographie
abgerundet. Es ist ein Dossier, das es erlaubt, sich einem Medium
zu nähern, das - zusammen mit dem Kino - den größten
Einfluss auf die Weiterentwicklung des roman noir ausübt, indem
es neue und originelle Werke aus dem Originalgenre schafft und sie
mit den narrativen Codes des Comic erzählt.
In der Nummer 4
werden wir durch die Straßen und Gassen der
unterschiedlichsten Städte geführt und entdecken dabei
die allgegenwärtige Präsenz der Stadt im Roman und im schwarzen
Kino.
Die nächste Nummer erscheint im Juni 2006 und sie wird
ausschließlich
Erzählungen (relatos) präsentieren, und zwar jene Erzählungen,
die von dem Wettberwerb, der von Novelpol organisert worden ist,
prämiert wurden. Sie werden begleitet von einigen anderen Erzählungen
weiterer spanischer Autoren.
Wie einige andere Fachzeitschriften
auch, veröffentlicht La
Gangsterera Interviews mit Schriftstellern, Essays (zu
erwähnen ist hier besonders eine Reihe von Artikeln über
die Natur und das Wesen des schwarzen Kriminalromans), und nicht
zu vergessen Erzählungen (relatos) lokaler Autoren, die man
in allen Ausgaben finden kann.
Natürlich steht die spanischsprachige
Kriminalliteratur im Zentrum der Zeitschrift, aber sie untersucht
auch die unglaublich fruchtbare hispanische* Literatur.
Man sollte auch wissen, dass La
Gangsterera bereits
seit Anfang 2001 als website existierte, bevor sie dann schließlich
in gedruckter Form herauskam. Schon damals kümmerte sie sich
um die in Spanien publizierte Kriminalliteratur, um die lokalen Aktivitäten
rund um den Krimi, die in vielen Artikeln besprochen wurden.
Dieses
gut geführte webzine ist immer noch online und wird
kontinuierlich auf den neuesten Stand gebracht. Dabei ist die elektronische
Publikation ganz unabhängig vom Inhalt der gedruckten.
Man findet
diese Seite unter: http://gangsterera.free.fr.
Die website stellt
auch die Zusammenfassungen der Artikel der gedruckten Zeitschrift
zur Verfügung sowie
die Adressen unter denen sie zu beziehen ist.
Alles in allem ist die Zeitschrift La
Gangsterera von
großem Interesse angesichts der Anstrengung der spanischen
Verlage, in großer Zahl Bücher jedweder Herkunft, die
der Kriminalliteratur und dem roman noir zuzurechnen sind, zu veröffentlichen.
Sie
ist nicht nur eine detaillierte Quelle über diese Art der
Literatur, sondern auch über die Autoren, die aus der spanischen
und hispanischen* Welt kommen, die immer noch nicht so recht bekannt
ist. Von daher kann sie einem Autoren nahebringen, die einem sonst
entgehen würden oder deren wahre Innovation und Kreativität
durch eine mangelhafte Wahrnehmung ansonsten nicht in den Blick geriete.
La Gangsterera ist eine Fachzeitschrift, die mehr
als notwendig ist: sie ist unverzichtbar.
(*) Diese
Bezeichnung sollte in dem Sinne verstanden werden, wie sie in den
USA benutzt wird, d.h.: spanischsprachig, aber nicht aus Spanien
kommend, sondern zumeist aus Lateinamerika.
Allgemeine Informationen
La Gangsterera
Asociacion
Cultural NOVELPOL
C/ Custodia n° 8 - 4°
Gijon 33208
Asturias
Spanien
e-mail: zeki@telecable.es
Preis
pro Nummer: 5.- €
website: http://gangsterera.free.fr
(dort
finden sich auch Hinweise auf die gedruckte Zeitschrift und die
Kosten für
ein Abonnement).