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FIRN in Frontignan
6.-11. Juni 2006
Corinne Naidet
Übersetzung: Elfriede Müller
Auf dem neunten internationalen
Festival zum Roman noir
drehte sich in diesem Jahr alles um:
"Die
Gesellschaft des Spektakels"
Ein weites Feld, das besonders
gut zum "Noir" passt, meint
Michel Gueorguieff, Organisator der Veranstaltung: "In der Vorstellung
des Publikums existieren nur die Fakten und Gesten, die von den Medien
transportiert werden. Ob es sich dabei um Kultur, Politik, Recht
oder Sport handelt, unsere Meinung, unsere Bewunderung, unser Empören
ergeben sich aus dem Maßstab, den der kleine Bildschirm uns
vermittelt. Wir neigen dazu, das Leben als ein Riesenspektakel zu
betrachten. Die Autoren des Roman noir integrieren diese Dimension
in ihre Literatur und unterziehen sie dabei einer kritischen Analyse
..."
Dreißig Autoren (die alle mehr oder weniger mit dieser Gesellschaft
des Spektakels zu tun haben durch ihre Texte oder ihren Beruf) verteilten
sich auf fünf runde Tische. Dort diskutierten sie über oft
brandheiße Themen, bevor sie mit einem immer zahlreicheren
Publikum konfrontiert wurden.
Doch das Ereignis
dieser Veranstaltung war der berühmte
US-amerikanische Krimiautor Elmore Leonard, der zum ersten Mal nach
Frankreich kam. Während anderthalb Stunden sprach der Schriftsteller
humorvoll und bescheiden über seine Arbeit, der er seit über
fünfzig Jahren nachgeht. Eine andere Veranstaltung, im Kino
von Frontignan, diskutierte über die Verfilmungen seiner Werke
von 3:10
to Yuma (1957, eine Neuverfilmung mit Tom Cruise ist für
2007 geplant) bis Be cool (2005).
Diese Aufzählung kann die herzliche und festliche Stimmung der
Veranstaltungen nicht wiedergeben. Und wo sonst können Leser mit
Autoren bei einem Glas Muscat und Austern diskutieren wie in der "Bar
de la plage" in Frontignan?