Claude
Mesplède, Zwei Kochbücher
Claude
Mesplède, Drei Fiktionen zu « Krimis
und Gastronomie
Corinne
Naidet, Kochbuch
aus der Série Noire und Alkoholische Getränke
aus der Série Noire
Corinne
Naidet, Simenon et Maigret passent à table
- Robert Jullien Courtine
Zwei
Kochbücher
Claude Mesplède
Übersetzung: Kathrin Schielke
Manual práctico de cocina
negra y criminal (Praktisches Handbuch zur schwarzen
und kriminellen Küche), Montsé Clavé (Spanien).
Montsé Clavé ist die Freundin
von Paco Camarasa, der in Barcelona die Krimi-Buchhandlung "Negra
y criminal" leitet.
Sie hat ein spannendes Buch veröffentlicht, in dem sie
45 Rezepte gesammelt hat, die 45 Autoren verschiedener Nationalitäten
in ihren Büchern genannt haben. Dem hat sie noch rund
10 eigene Rezepte zugefügt, alle haben mit dem Kriminalroman
zu tun.
Als große Koch-Spezialistin hatte Montsé schon
sechs Bücher zu diesem Thema veröffentlicht, z. B. Mexikanische
Küche, Einheimische und fremde Küche, Gerichte vom
Ebre usw.
La Mafia se met à table (Die Mafia speist) - Jacques Kermoal und Martine Bartolomei.
Ein französisches Buch zur Gastronomie, um das man nicht
herum kommt. Beim Verlag Actes Sud 1992 veröffentlicht und
immer noch aktuell, mit mehr als 200 Seiten über die Mafia
und sizilianische Rezepte.

Drei
Fiktionen zu « Krimis und Gastronomie
Claude Mesplède
Übersetzung: Kathrin Schielke
Coup
de gigot (Lammkeule) - Roald Dahl, in « Bizare,
bizarre », Folio.
Diese berühmte Kurzgeschichte, die
in Frankreich unter drei verschiedenen Titeln veröffentlicht
wurde, ist auch ein Meisterwerk schwarzen Humors dank des von Alfred
Hitchcock gedrehten TV-Films. Darin schlägt die Schauspielerin
Barbara Bel Geddes (die durch die Serie Dallas berühmt wurde)
ihren Polizisten-Ehemann mit einer tiefgekühlten Lammkeule
tot. Einige Stunden später
lädt sie dann die Kollegen des Toten, die in der Sache ermitteln,
ein, die Keule, die sie im Ofen zubereitet hat, zu essen. So lassen
die Ermittler also die Tatwaffe verschwinden.
Congrès
gastronomique (Gastronomischer Kongress) - José Gaspar,
da Natividade (n° 597 du Masque), Portugal.
Im Hotel Monumental in Lissabon findet
ein internationaler gastronomischer Kongress statt. Einer der
Gäste stirbt an einer Pilzvergiftung.
Einige andere Teilnehmer werden erstochen oder erwürgt. Aber
die Lieblingsfigur des Autors, der englische Detektiv und Feinschmecker
Sam Brown, der gerade in Portugal weilt, ermittelt und löst
den Fall.
Les cuisines du diable (In
Teufelsküchen) - Alain
Germain
Wenn Gastronomie sich auf Verbrechen reimt,
ist das Gespenst des Hauses Bo rgia nicht weit ...
Der
Autor: Alain Germain ist ein Bühnenmensch :
Regisseur, Choreograf, Kostümbildner, Architekt und Bühnenausstatter.
Diplom der Arts Décoratifs und der Beaux-Arts. 1972 gründete
er seine eigene Theatergruppe. Les cuisines
du diable ist
sein achter Roman.
In Paris haben es sich die Gäste eines großen Restaurants
leider angewöhnt, am Ende des Menus abrupt zusammenzubrechen.
Männer, deren Körpergewicht auch auf einen natürlichen
Tod schließen lassen könnte. Der Kommissar Legrand und
sein Freund, der Doktor Hauterive haben sich just entschieden,
ihr zehnjähriges Zusammenleben im «Au Faisan bleu» zu
feiern, als einer der Gäste gerade zusammengebrochen ist.
Die beiden Männer interessieren sich für den Fall und
sie tun sich zusammentun, um dieses seltsame Rätsel zu lösen,
das sie bis zu einem mittelalterlichen Kochbuch führen wird,
wo man entdeckt, dass Pflanzen nicht nur in der Medizin Verwendung
fanden.

Les
recettes de la Série Noire
|
Le livre de cuisine
de la Série Noire (Kochbuch
aus der Série Noire)
Arlette Lauterbach und Alain Raybaud (Gallimard 1999)
Le livre
des alcools de la Série Noire (Alkoholische
Getränke aus der Série Noire)
Arlette Lauterbach und Patrick Raynal (Gallimard 2001) |
|
Corinne Naidet
dt. von Andrea Stephani
Zwei Sammlungen, die zwar
schon älteren Datums, aber kein
bisschen altbacken und nach wie vor im Handel erhältlich sind.
In der ersten gibt es 150 Romanauszüge zu entdecken, in denen
die Akteure der Série Noire beim liebevollen Köcheln
diverser Gaumenfreuden oder deren bloßer Erwähnung vor
Wonne schmatzen. Wie schrieb schon Christine Ferniot in einem Artikel
der Literaturzeitschrift Lire (2001) sehr treffend: "Bullen
oder Ganoven überlassen niemals etwas dem Zufall, wenn es
um gutes Essen geht. Die Zubereitung und der Genuss kleiner Gerichte
sind unerlässliche Zutaten der spannendsten Krimis."
Die Autoren haben also eine Auswahl
von 150 kulinarisch bedeutsamen Textpassagen getroffen, aus denen
sie 298 Rezepte herausgeholt haben (Originalgerichte und ihre
Abwandlungen). All jene, die Literatur und gutes Essen gleichermaßen
lieben, werden hier voll auf ihre Kosten kommen, wenn sie etwa
Kabeljauzungen in Bierteig ( beignets
de langue de morue) zubereiten, von denen in Total Cheops
von Jean-Claude Izzo die Rede ist, oder die Alligator Sauce Piquante,
auf die die Charaktere von Chester Himes so versessen sind (fehlt
nur noch der Alligator!) Und immer wieder wird die Kochkunst im
mediterranen Kriminalroman à la Montalban-Izzo-Camilleri
angeführt... Das Buch führt uns vor Augen, dass die hartgesottenen
Kerle dieser Welt sich auch gerne mal an den Herd stellen.
Das zweite Werk ist Jean-Claude Izzo
gewidmet und wurde von Joelle Jolivet illustriert. Es hätte eigentlich vor dem Livre de
cuisine de la Série Noire erscheinen sollen, wohl um zu
belegen, dass in der littérature noire mehr getrunken
als gegessen wird. In der Tat warten die Figuren in einem Kriminalroman
nur selten bis zum Essen, um sich die Kehle zu befeuchten, die
Hucke voll zu saufen, sich einen Schluck zu genehmigen oder sich
einen auf die Lampe zu gießen. Abgesehen von trockenen Alkoholikern
wie Matt Scudder, der der Feder von Lawrence Block entsprungen
ist, oder einigen Sonderlingen, sind Wassertrinker unter den Helden
des Noir eine ausgesprochene Seltenheit... Dieses Buch präsentiert
folgerichtig 302 Cocktails, hausgemachte Liköre, warme Getränke,
in Alkohol eingelegte Früchte, Desserts, Saucen und gegorene
Getränke, die alle einen gemeinsamen Hauptbestandteil haben:
Alkohol.
302 Rezepte - eines für fast
jeden Tag im Jahr, wenn man einen Ruhetag pro Woche einplant.
302 Rezepte aus 124 Romanen, dazu
einen Blick auf die Textpassage, in der das fragliche Getränk vorkommt. Mit Bezeichnungen,
die einem den Mund wässrig machen: Rusty Nail, Bloody Cesar,
Orage Tropical, Czarina, Arriba und dergleichen mehr - die Poesie
der Schnapsdrosseln...
Als Zugabe dann noch das sehr kluge
Vorwort von Jean-Marie Laclavetine. Ein Geschenk für Geist
und Gaumen.
