krimis in Europa
n°7 November-Dezember-Januar 2006/07

 

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La mort en écho*
Barbara Abel

Le masque • 2006

Sophie Colpaert
Übersetzung: Alexander Ruoff

 

Manon Lizieux ist eine ganz normale junge Frau von 26 Jahren. Sie hat einen Freund, eine Arbeit, die sie ausfüllt und eine nette Wohnung, die vielleicht ein wenig zu klein ist, um darin ein Kind groß zu ziehen. Und ein Kind, das ist es, was Manon gerne hätte. Aber weil das kleine Wesen auf sich warten lässt, fängt ihre Beziehung mit Théo langsam an, Risse zu bekommen. Just zu dieser Zeit wird ihr Haus durch Nino Darmont, den neuen Mieter, auf den Kopf gestellt. Vom ersten Augenblick an verschlingt der einsame alte Mann Manon mit den Augen, was sie widerwärtig findet. Théo dagegen, der seinen Vater nicht kannte, empfindet sofort Sympathie für den Nachbarn. Nach und nach stellen sich kleine Rituale ein, z. B. der tägliche Schwatz nach Feierabend bei einem Glas Porto. Zwar gefallen Manon diese Besuche nicht, aber den alten Mann hinauszuwerfen würde unweigerlich zu einer weiteren der unzähligen Streitereien mit Théo führen. Eines abends, als die Stimmung ziemlich aufgeheizt ist, schaut der alte Mann wieder einmal vorbei. Manon, die niemanden sehen will, schlägt die Tür zu und bricht ihm den Knöchel. Und so ist sie gezwungen, den verletzten Darmont auf unbestimmte Zeit in ihrer kleinen Wohnung zu dulden, Darmont mit seinem unruhigen Schlaf und den besonderen Mahlzeiten wegen seiner schlechten Zähne...

Nach dem x-ten Streit, der zum Teil von Darmont provoziert wurde, verlässt Théo türenknallend die Wohnung. Verärgert streitet sich Manon nun mit Darmont, der seinerseits hinkend das Haus verlässt und ihr verspricht, mit einer echten Überraschung zurückzukommen. Ein paar Stunden später erfährt Manon durch die Polizei vom Tod ihrer Mutter. Sie hatte einen Autounfall in Begleitung eines schwer zu identifizierenden Mannes. Unter den Sachen des Verstorbenen entdeckt Manon die kleine Brosche, die Darmont immer an seiner Weste trug. Welche Verbindung besteht zwischen ihrer Mutter und dem nachbarlichen Eindringling? Die Antwort liegt unter drei Generationen des Schweigens, des Verbrechens und der Lüge begraben...

In diesem vierten Roman der belgischen Autorin lassen sich ihre thematischen Vorlieben wiederfinden: Das Paar, die Familie, Mutterschaft. Die Frauen übernehmen - wieder einmal - die fürchterliche Rolle derjenigen, die den sie umgebenden Menschen Leben spenden und auch wieder nehmen können: ihren Kindern und Partnern. Die Erzählweise folgt den Perspektiven der jeweiligen Protagonisten, die auf unterschiedliche Weise das Wort ergreifen: in der Form der Erzählung, des Tagebuchs, in Briefen. Diese kurzen und unterschiedlichen Kapitel verleihen dem Ganzen eine gewisse Unruhe, die keine Abschweifung aufkommen lässt.

Ein fesselndes Lesevergnügen vor allem für die Freunde des psychologischen Thrillers.

* Tod in Serie

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