La mort en écho*
Barbara Abel
Le masque • 2006
Sophie Colpaert
Übersetzung: Alexander Ruoff
Manon
Lizieux ist eine ganz normale junge Frau von 26 Jahren. Sie hat einen
Freund, eine Arbeit, die sie ausfüllt und eine nette Wohnung,
die vielleicht ein wenig zu klein ist, um darin ein Kind groß zu
ziehen. Und ein Kind, das ist es, was Manon gerne hätte. Aber
weil das kleine Wesen auf sich warten lässt, fängt ihre Beziehung
mit Théo
langsam an, Risse zu bekommen. Just zu dieser Zeit wird ihr Haus durch
Nino Darmont, den neuen Mieter, auf den Kopf gestellt. Vom ersten Augenblick
an verschlingt der einsame alte Mann Manon mit den Augen, was sie widerwärtig
findet. Théo dagegen, der seinen Vater nicht kannte, empfindet
sofort Sympathie für den Nachbarn. Nach und nach stellen sich kleine
Rituale ein, z. B. der tägliche Schwatz nach Feierabend bei einem
Glas Porto. Zwar gefallen Manon diese Besuche nicht, aber den alten
Mann hinauszuwerfen würde unweigerlich zu einer weiteren der unzähligen
Streitereien mit Théo führen. Eines abends, als die Stimmung
ziemlich aufgeheizt ist, schaut der alte Mann wieder einmal vorbei.
Manon, die niemanden sehen will, schlägt die Tür zu und bricht
ihm den Knöchel. Und so ist sie gezwungen, den verletzten Darmont
auf unbestimmte Zeit in ihrer kleinen Wohnung zu dulden, Darmont mit
seinem unruhigen Schlaf und den besonderen Mahlzeiten wegen seiner
schlechten Zähne...
Nach dem x-ten Streit, der zum Teil von
Darmont provoziert wurde, verlässt
Théo türenknallend die Wohnung. Verärgert streitet sich
Manon nun mit Darmont, der seinerseits hinkend das Haus verlässt
und ihr verspricht, mit einer echten Überraschung zurückzukommen.
Ein paar Stunden später erfährt Manon durch die Polizei vom
Tod ihrer Mutter. Sie hatte einen Autounfall in Begleitung eines schwer
zu identifizierenden Mannes. Unter den Sachen des Verstorbenen entdeckt
Manon die kleine Brosche, die Darmont immer an seiner Weste trug. Welche
Verbindung besteht zwischen ihrer Mutter und dem nachbarlichen Eindringling?
Die Antwort liegt unter drei Generationen des Schweigens, des Verbrechens
und der Lüge begraben...
In diesem vierten Roman der belgischen
Autorin lassen sich ihre thematischen Vorlieben wiederfinden: Das Paar,
die Familie, Mutterschaft. Die Frauen übernehmen - wieder
einmal - die fürchterliche Rolle derjenigen, die den sie umgebenden
Menschen Leben spenden und auch wieder nehmen können: ihren Kindern
und Partnern. Die Erzählweise folgt den Perspektiven der jeweiligen
Protagonisten, die auf unterschiedliche Weise das Wort ergreifen: in
der Form der Erzählung, des Tagebuchs, in Briefen. Diese kurzen und
unterschiedlichen Kapitel verleihen dem Ganzen eine gewisse Unruhe,
die keine Abschweifung aufkommen lässt.
Ein fesselndes Lesevergnügen
vor allem für
die Freunde des psychologischen Thrillers.
* Tod in Serie