krimis in Europa
n°8 Februar-März-April 2007

 

>> Rezensionen

Rue des absents*
Mouloud Akkouche

Editions de l'Atelier n°8/Noires de Pau • 2006 • 173 Seiten

Jean-Marc Laherrère
Übersetzung: Alexander Ruoff

 

In Pau erwacht Véronique Radkov mit einem fürchterlichen Kater: Sie kann sich an rein gar nichts mehr erinnern, sie weiß weder wo sie ist noch warum. Als sie endlich wieder klar denken kann, stellt sie zu ihrem größten Schrecken fest, dass sie nicht mehr Véronique ist: sie ist keine Frau mehr, sondern ein Mann.

In Montreuil dreht Jean-Paul mit seinem Rollstuhl unermüdlich seine Runden. Er ist ein bisschen schwachsinning und verliert sich oft in der Vergangenheit - besonders in seinen Erinnerungen an den 22. Mai 1979, als der Dicke ihn unter ein Auto gestoßen und zum Krüppel gemacht hat.

Und irgendwo weit weg leitet Maxime Girard per mail ein blühendes Unternehmen ...

Mouloud Akkouche kehrt wieder zum Krimi zurück, und das ist sehr gut so. Denn er meldet sich grandios zurück mit diesem hervorragend konstruierten Roman, in dem sich Perspektiven und narrative Stile abwechseln, von der klassischen Erzählweise über Briefwechsel bis hin zu mehr oder minder delirierenden Monologen. Er jongliert mit den Orten, führt von Pau nach Montreuil, streift Lausanne und Toulouse und trägt so nach und nach die verschiedenen Puzzleteile zusammen, die erst ganz zum Schluss das gesamte Bild enthüllen. Diese von Meisterhand geschaffene komplexe Konstruktion setzt mit großem Geschick und Sorgfalt Personen in Szene, die genauso verloren sind wie der Leser. Wenn nicht noch mehr. Ein tolles Lesevergnügen.

* Straße der Abwesenden

PicoSearch

© 2005 europolar Home | Impressum | Redaktion | Archiv | Links | Webmaster | Inhaltsverzeichnis | Webmaster: Emma