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Sonntag, 01 November 2009

Empar Fernández, Pablo Bonell Goytisolo: Un mal día para morir

(Ein schlechter Tag zum Sterben)

Barcelona: Editorial Pàmies, 2009. 235 págs. 16,95 €


Aus dem Spanischen von Doris Wieser

ImageIn der Vergangenheit herumstochern

„Ob er selbst gefallen ist oder gestoßen wurde, hat vielleicht niemand sehen können. Möglicherweise handelte es sich um ein Verbrechen, aber vielleicht gab es auch einfach keine Zeugen dafür. Falls es sie gab, dann konnte man nach dreißig Jahren nichts Menschenmögliches mehr tun, um sie zu finden.“


Diese Sätze von Santiago Escalona umreißen den Fall des dritten Bandes über den Subinspector aus dem Stadtteil Raval in Barcelona, der schon der Protagonist der Romane Las cosas de la muerte und Mala sangre war, beide beim Verlag Tropismos erschienen. [1]

Unter dem Titel Un mal día para morir (Ein schlechter Tag zum Sterben) erleben wir nun, wie die Reihe über den waschechten Helden einer novela negra Profil gewinnt. Das Duo Empar Fernández und Pablo Bonell Goytisolo zeigen uns erneut, wie man einen exzellenten Roman vierhändig schreibt.

Dieses Mal setzt sich der eigenwillige Ermittler mit einem heiklen und aufwändigen Fall auseinander: Garrido, sein ehemaliger Chef, der an einer tödlichen Krankheit leidet, erteilt ihm den Auftrag, einen Fall wieder aufzunehmen, dessen Akte vor vielen Jahren offen blieb. Er soll herausfinden, was mit Alberto Boisgontier, einem jungen Studenten und militanten, linken Aktivisten, passiert ist. Boisgontier wurde am selben Nachmittag tot aufgefunden, an dem General Francisco Franco starb.

Um den Fall zu lösen, muss Escalona in die tiefste Tiefe stochern und einigen Schmutz aufwühlen: Er befragt Verdächtige, die angeben, nichts über die Ereignisse zu wissen, findet heraus, dass es Unregelmäßigkeiten in der polizeilichen Ermittlung gegeben hat, und bringt sogar jene Misshandlungen in den Gefängniszellen des Polizei-Hauptquartiers der Via Layetana [während der Franco-Zeit – Anm. d. Übrs.] wieder auf den Tisch. Dies tut er so lange, bis er sein eigenes Leben aufs Spiel setzt, ein Leben, das er jetzt mehr denn je zu leben verdient. All das riskiert er, um an die Wahrheit über die Ereignisse heranzukommen, eine Wahrheit, die vielleicht auch an einem schlechten Tag ans Licht kommt.



[1] Alle drei Romane wurden noch nicht ins Deutsche übersetzt.

Empar Fernández (Barcelona) studierte Klinische Psychologie und Neuere Geschichte. Sie arbeitet als Lehrerin an einer Sekundarschule und ist Autoren von Drehbüchern für Dokumentarsendungen. Im Alleingang hat sie über ein halbes Duzend Bücher veröffentlicht. Vor Kurzem war sie Finalistin des 9. Premio Unicaja de Novela Fernando Quiñones mit ihrem Werk El loco de las muñecas und gewann den 5. Premio Rejadora de Novela Corta mit La cicatriz.

Pablo Bonell Goytisolo (Barcelona) ist Geograph und Historiker und arbeitet als Dozent für Spanisch an der Universität IESE (Instituto de Estudios Superiores de la Empresa). Er ist Autor von verschiedenen Unterrichtsmaterialien für Spanisch als Fremdsprache. Als Autorenteam haben Empar Fernández und Pablo Bonell Goytisolo außerdem folgende Werke veröffentlicht: Cienfuegos 17 de agosto, ein Roman, der im kolonialen Kuba spielt, die Erzählung „La vida antes de la muerte“, die in der Anthologie La lista negra: nuevos culpables del policial español enthalten ist, und die beiden ersten Titel der Krimi-Serie über den Subinspector Santiago Escalona, die in Barcelona spielt, Las cosas de la muerte und Mala sangre

 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 19 Januar 2010 )
 
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