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Jernimo Tristante: El enigma de la Calle Calabria (Das Rtsel der Calabriastrae) PDF Drucken
Geschrieben von Empar Fernndez   
Mittwoch, 19 Mai 2010

Jerónimo Tristante: El enigma de la Calle Calabria (Das Rätsel der Calabriastraße)

Madrid: MAEVA, 2010. 304 S. 18,00 €.

Aus dem Spanischen von Doris Wieser

ImageEl enigma de la Calle Calabria (Das Rätsel der Calabriastraße) ist der dritte Fall von Víctor Ros, Polizeiinspektor der städtischen Brigade von Madrid. Aufgrund seiner vielen Fähigkeiten als Ermittler wird er nach Barcelona gerufen, um einen Fall aufzuklären, der sich als besonders schwierig herausstellt.

Wir schreiben das Jahr 1881. Víctor muss eine Erklärung für das Verschwinden von Gerardo Borrás finden, einem reichen Geschäftsmann, dessen Bild eines mitfühlenden und pietätvollen Mannes im Laufe der Handlung zerbröckeln wird.

So schnell wie er verschwunden ist, taucht Gerardo Borrás auch wieder im Haus seiner Familie auf und zwar mit sichtbaren Spuren einer Folterung. Außerdem reagiert er extrem aggressiv, wenn er mit religiösen Symbolen konfrontiert wird. Durch die wirksame Hilfe von Eduardo - einer interessanten, kindlichen Figur, die Gefühle von Zuneigung erzeugt - und durch die Anwendung von Methoden und Techniken, die sehr stark an die von Sherlock Holmes erinnern, enthüllt Víctor Ros die Machenschaften einer Reihe von Personen, die mit Vampirismus und Kulten für obskure Gottheiten in Verbindung stehen und von Aberglauben und Habgier dominiert werden.

Der Detektiv Víctor Ros ist, im Gegensatz zu vielen zeitgenössischen Ermittlern, ein Mann, den seine Arbeit fasziniert. Er ist moralisch integer und unangreifbar. Intelligent, erfindungsreich und mit fortgeschrittenem Fachwissen ausgestattet (Anatomie, Chemie, zwischenmenschliche Beziehungen...) vertraut Víctor darauf, dass Verstand und Wissen zur Wahrheit führen und verabscheut Okkultismus und paranormale Erklärungsansätze. Er ist ein mitfühlender Mensch, der seiner Zeit voraus ist und über unvorhersehbare Mittel verfügt, welche er zur Verfolgung und Verhaftung der "Kräfte des Bösen" mit Entschlossenheit einsetzt.

Da der Roman Ende des 19. Jahrhunderts spielt und die Absicht des Autors, die Sprache dieser Epoche wiederzubeleben und der Linie des damals so beliebten Feuilletonromans zu folgen, offensichtlich ist, wird El enigma de la Calle Calabria stetig interessanter, so dass man nach den ersten paar Seiten kaum noch mit dem Lesen aufhören kann. Sein schauerromanartiger Anstrich, die geglückte Verortung und die gut recherchieren historischen Bezüge garnieren diesen äußerst empfehlenswerten Roman.

Wenn es etwas zu tadeln gibt, dann dass Jerónimo Tristante - ein Schriftsteller mit vielen und sehr interessanten Registern - zahlreiche historische, urbanistische, kulturelle und wirtschaftliche Referenzen einfügt, die, obwohl sie die Wiederbelebung der Epoche und das Eintauchen des Lesers ins Barcelona von 1881 ermöglichen, den Roman leicht überfrachten. Trotzdem nimmt die Handlung auf den letzten Seiten einen wirklich rasanten Rhythmus an. Der Roman kann besonders Liebhabern von Wilkie Collins und von historischen, im 19. Jahrhundert spielenden Kriminalromanen empfohlen werden.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 14 Oktober 2010 )
 
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