Europolar is back on line
Home arrow Rezensionen arrow Alexandra Marinina: Tod und ein bisschen Liebe
Alexandra Marinina: Tod und ein bisschen Liebe PDF Drucken
Geschrieben von Empar Fernndez   
Mittwoch, 02 Juni 2010

Alexandra Marinina: Muerte y un poco de amor (Tod und ein bisschen Liebe)

Madrid: Ediciones Pàmies (Colección Thriller Misterio Noir), 2010. 304 págs. 19,95 EUR.


Aus dem Spanischen von Doris Wieser

ImageDer Verlag Ediciones Pàmies beweist wieder einmal sein gutes Gespür, indem er in die Reihe "Thriller Misterio Noir" Werke von Autoren aufnimmt, die in anderen Ländern zum festen Bestandteil des Genres gehören, in Spanien aber entweder noch unveröffentlicht oder vergriffen sind. Dieses Mal handelt es sich um einen Roman von Alexandra Marinina, der Zarin des russischen Kriminalromans, die manchmal mit Agatha Christie verglichen wird und von der in Spanien fünf Titel beim Planeta Verlag erschienen sind. Marinina, Doktorin der Kriminologie, die unterschiedliche Stellen innerhalb der russischen Kriminalpolizei innehatte, hat über dreißig Romane verfasst und mehr als 20 Millionen Exemplare verkauft. Anhand von Tod und ein bisschen Liebe* kann man nachvollziehen, warum die Autorin bei den Krimilesern so gut ankommt.

Anastasia Pávlovna Kaménskaya (Nastia), die polizeiliche Ermittlerin und Hauptperson aller Romane der Autorin, beschließt Liosha Chistiakov, ihren langjährigen und einzigen Freund, zu heiraten. Wenige Stunden vor der Hochzeit erhält sie einen anonymen Telefonanruf. Der Anrufer droht ihr mit dem Tod, falls sie die Hochzeit nicht absagt. Am darauffolgenden Tag - die Vermählung ist bereits vollzogen - wird eine der Bräute beim Warten auf dem Standesamt erschossen. Nastia findet heraus, dass viele der jungen Frauen denselben anonymen Anruf erhalten haben wie sie und dass eine weitere durch eine Kugel ums Leben gekommen ist.

Scheinbar gefühlskalt, mit einem nicht besonders vorteilhaften Aussehen, nachlässig in gewissen Dingen, von erstaunlicher Intelligenz, ungeschickt im Umgang mit Waffen und eindeutig arbeitssüchtig, so ist Nastia Kaménskaya. Im Kanon des Genres ist sie eine untypische Figur und vielleicht gerade deswegen doppelt reizvoll.

Alexandra Marinina zeigt anhand von Nastia die Windungen einer Gesellschaft, der russischen, die sich mit großer Geschwindigkeit und Gewalt verändert und die mitansieht wie Normen und Werte untergraben werden. Höchst spannend und mit einem überraschenden Ende ausgestattet, wird Tod und ein bisschen Liebe bei den Kennern des Genres zweifellos Gefallen finden.

Randbemerkung: Das Personenregister (mit Namen und Kosenamen), das auf den ersten Seiten abgedruckt ist, erweist sich für den Leser als sehr nützlich.


___________________________________

* Tod und ein bisschen Liebe ist 2003 in Deutschland beim Fischer Taschenbuchverlag erschienen.


Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 03 Juni 2010 )
 
< zurück   weiter >
© 2018 Europolar- powered by jl2i.com
Joomla! est un logiciel libre distribu sous licence GNU/GPL.

Design by syahzul, FlexiSaga.com