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Wörterbuch bekannter Persönlichkeiten der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts PDF Drucken
Geschrieben von Jean-Bernard Pouy   
Sonntag, 17 Oktober 2010

Dictionnaire des personnages populaires de la littérature des XIXe et XXe siecles

Par 100 écrivains d'aujourd'hui  

Wörterbuch bekannter Persönlichkeiten der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts

Beschrieben von 100 zeitgenössischen Autoren

Stéfanie Delestré, Hagar Desanti

Editions du Seuil 2010

EAN13 : 9782020971621- 780 Seiten

Autor: Jean Bernard Pouy (Ein Verteidiger der Unterhaltungsliteratur)

Aus dem Französischen von Elfriede Müller 

 

ImageEs gibt Leute, die kennen die Sieger der Tour de France seit 1515. Und welche, die Ihnen die Aufstellung der französischen Fußballmannschaft seit ihrem letzten Sieg bei der Fußballweltmeisterschaft runterleiern können und das ist auch schon lange her, das war 1898 ... Man findet auch einige besondere Schlaumeier, die alle Goncourt Preisträger seit der Einrichtung dieses berühmten Literaturpreiseskennen, der nur dazu dient, dass alle ihn haben wollen.

Aber Delestré/Desanti, zwei Damen, die sich nicht zweimal bitten lassen (wie Gadda es formulierte), haben sich entschlossen das Bewusstsein zu heben und eine Liste aller Helden der Unterhaltungsliteratur zusammen zu stellen, deren Familien- oder Künstlernamen weit bekannter sind als ihre Schriften, die sie berühmt machten, diejenigen, die uns berührt, die uns erleuchtet haben, uns zwangen, sich Taschenlampen anzuschaffen (um nachts unter der Decke zu lesen), uns ideologisch in den Dschungel des intellektuellen und sozialen Lebens warfen, das heutzutage nicht gerade verlässlich ist, wie z. B. Lemmy Caution,(1) der, was ein Skandal ist, in diesem Wörterbuch gar nicht vorkommt, da fragt man sich, an was die Mädels eigentlich gedacht haben.

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Stéfanie & Hagar par E. Marchadour
Das heißt, da alle dabei sind, die Helden unserer Kindheit, unserer Jugend, unserer verlängerten Adoleszenz, unseres Altersheims, besteht das Spiel nun darin, die zu finden, die nicht genannt werden. Es gibt sicherlich welche (daraus könnte ein zweiter Band entstehen), die vergessen (oder verdrängt) wurden, aber es wird ziemlich schwierig, sie ausfindig zu machen. Pulp (2) wehrte sich dagegen unter Androhung von Gewalt. Auch wenn er nicht danach gefragt wurde, kümmert sich seine Krimireihe nur um das 19. und das halbe 20. Jahrhundert.

Es handelt sich um ungefähr 100 Schriftsteller (grrrh) aller Richtungen (man fragt sich bei einigen dieser Autoren, was die eigentlich mit dieser Art von Literatur zu schaffen haben, ob die Herausgeberinnen von der Tarantel gestochen waren bei der Auswahl), beauftragt mit Bravour und großen Gefühlen ihre Lieblingspersönlichkeiten vorzustellen, was viel über ihren Geisteszustand besagt und manchmal zwischen den Zeilen über ihr Privatleben. Wenn sich niemand mutiges gefunden hat, um sich einen der unausweichlichen Helden aufzuhalsen, zwangen sich Stéfanhager selbst dazu, diese bedeutungsschwangere Leere zu füllen, mit Zeichen und manchmal auch Mythen. Eindeutig überflüssig. Sie sind gekommen, da sind sie. Was unsere Kenntnisse und Erinnerungen belebt und vor allem anregt, ihre Abenteuer wieder zu lesen. Ohne darauf warten zu müssen, dass ihre Fressen auf dem elenden und seelenlosen I-Pad erscheinen.

(1) Film von Jean-Luc Godard, auch bekannt unter dem Titel „Alphaville“ und Name der Hauptfigur, gespielt von Eddie Constantine.

(2) Le Poulpe (Pulp) ist die von Jean-Bernard Pouy initiierte Krimireihe mit demselben Detektiv, Gabriel Lecouvreur, genannt der Pulp, in der um die 200 Autoren ihre Plots erzählen.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 21 Oktober 2010 )
 
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