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Maluenda: Una anciana obesa y tranquila (Eine dicke, stille Greisin) PDF Drucken
Donnerstag, 18 Juni 2009

Luis Gutiérrez Maluenda: Una anciana obesa y tranquila (Eine dicke, stille Greisin)

Valladolid: Editorial DIFÁCIL, 2009.

Aus dem Spanischen von Manuela Burmeister Image

Irgendjemand sagte einmal „ein Zyniker ist jemand, der, wenn er Blumen riecht, sofort den Sarg in der Nähe sucht“. Und das ist exakt die Beschreibung, die auf Basilio Céspedes passt, auch bekannt als Humphrey, der Privatdetektiv, der in Una anciana obesa y tranquila (Eine dicke, stille Greisin) die Hauptrolle spielt. Zynisch, sarkastisch und ironisch bis ins Mark, erklärt uns Humphrey den Verlauf der Untersuchung zweier Fälle: den einer beeindruckend schönen Frau, die im Verdacht steht, Ehebruch begangen zu haben, und den des Mordes an Maria der Portugiesin, einer fettleibigen, stillen und zwanghaft reinlichen Greisin, „jene Art von Frau, die ihre Tage mit einem Rosenkranz in den Händen in ihrem Schlafzimmer beendet“.

Im Mittelpunkt des Interesses steht in diesem Roman der brutale Mord an Maria der Portugiesin. Es ist einfach unverständlich, wie eine Frau, die keinen Besuch bekommt, kaum ausgeht und ihre Tage damit verbringt, ihre Terrasse zu putzen und ihre Pflanzen zu betrachten, zu Tode gequält wurde. Eine Frau, von der ihre Nachbarn sagen würden – wie wir es so oft in Fernsehreportagen hören – dass sie eine untadelige Person war, die niemals Probleme machte und ein geregeltes Leben ohne Skandale führte.

Basilio Céspedes, der sich viel auf seinen Sinn für Humor einbildet und diesen bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit anwendet, enthüllt die verworrene Vergangenheit Marias und ihre noch verworreneren Familienverhältnisse. Der Detektiv schafft es aufzuklären, was ihr zugestoßen ist, und rettet – dies sei nebenbei und zu seiner Ehre gesagt – ein Leben.

Obwohl weit davon entfernt, ein Held zu sein, grundsätzlich enthaltsam und nicht besonders mutig, kommt Basilio Céspedes bestens in den verruchtesten Vierteln einer Stadt zurecht, die sprichwörtlich die Stadt der Schurken genannt wird, Barcelona. Kontakte zu allen Seiten, Vertraute, die Gold wert sind, und zwielichtige Helfer unterstützen unseren Freund bei seinen Ermittlungen.

Einen guten Aufbau, einen originellen und sehr amüsanten Stil und eine Figur, die den Leser von der ersten Seite an für sich einnimmt, das ist es, was man bei der Lektüre von Una anciana obesa y tranquila vorfinden wird. Es handelt sich um einen tiefschwarzen Kriminalroman, der in die dunkelsten Winkel eindringt und den man trotzdem, - obwohl es schwer fällt, das zu glauben - mit einem Schmunzeln im Gesicht liest.

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 19 Januar 2010 )
 
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