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Sonntag, 19 Juli 2009

V Congreso de Novela y Cine Negro

 Vom 5. bis 8. Mai 2009 fand an der Universität von Salamanca zum fünften Mal der Congreso de Novela y Cine Negro (Kongress zum Kriminalroman und –film) statt, der von Àlex Martín Escribà und Javier Sánchez Zapatero veranstaltet wird. Während der vergangenen fünf Jahre hat sich dieses Event zu einem fixen Datum im akademischen Jahr gemausert, an dem sich Wissenschaftler, die das Genre erforschen, und Schriftsteller, die es schreiben, begegnen. Die zügige Veröffentlichung der Kongressakten (mittlerweile sind vier Bände erschienen) zeigt, wie effektiv die Organisatoren dazu beitragen, die universitäre Forschung im faszinierenden Feld des Krimi und seinen diversen narrativen und kinematografischen Ausprägungen anzuregen. Àlex Martín Escribà und Javier Sánchez Zapatero haben dadurch einen wertvollen Raum für Diskussionen zwischen Theoretikern und Praktikern geschaffen.

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Àlex Martín Escribà kommt ursprünglich aus Barcelona, unterrichtet derzeit Katalanisch und promoviert in der Abteilung Spanische Sprache der Uni von Salamanca. Javier Sánchez Zapatero wurde in Salamanca geboren und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für Literaturtheorie an derselben Uni. Im folgenden Interview (das Europolar per E-Mail mit ihnen geführt hat) verraten sie uns, wie das Projekt entstanden ist.

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 Europolar: ¿Wie kam euch die Idee, diesen Kongress veranstalten?

Javier Sánchez Zapatero: Wir waren Kommilitonen an der Uni und während wir jahrelang zusammen Seminare besuchten, viel uns auf, dass der Kriminalroman in den Studienplänen keinerlei Wichtigkeit besaß. Als Leser und Fans des Genres haben wir uns dann entschieden, dieses Loch durch die Organisation des Kongresses zu füllen. Das Projekt war immer unser gemeinsames und wir haben immer zusammen an den Ideen gefeilt bis beide zufrieden waren. Àlex hat zuerst davon gesprochen, dass man doch einen Kongress zu diesem Thema veranstalten könnte, und nach viel Vorarbeit, während er wir das Projekt immer wieder überdacht haben und auch ein paar Enttäuschungen einstecken mussten, haben wir den Kongress schließlich mit dem jetzigen Konzept auf die Beine gestellt.

Europolar: Wie finanziert ihr den Kongress?

JSZ: Der Kongress finanziert sich zu 80% selbst. Das heißt, dass wir von den Kongressgebühren der Teilnehmer abhängen. Deswegen müssen wir sehr vorsichtig planen, da wir ja bis wenige Wochen vor dem Event nicht sicher wissen, über wie viel Geld wir verfügen werden. Die Abteilungen für Spanische Sprache und die Abteilung für Spanische und Hispanoamerikanische Literatur der Uni von Salamanca subventionieren die Veranstaltung jedes Jahr mit einer bescheidenen Summe, die wir aber unbedingt brauchen. Genauso ist es mit dem Bildungsministerium von Castilla y León.

Europolar: Hat das Interesse an der Veranstaltung mit der Zeit zugenommen? Bekommt ihr viele Themenvorschläge von Leuten, die ein Paper beisteuern möchten?

JSZ: Ja, das Interesse hat sichtbar zugenommen. Die Medien sind jetzt aufmerksamer und die Teilnehmerzahl steigt von Mal zu Mal. Aber wir nehmen keine Vorschläge für Vorträge an. Wir wählen die Themen aus, die wir behandeln möchten, und auch die Personen, die uns für die Vorträge geeignet erscheinen. Auf diese Weise durften wir schon viele herausragende Wissenschaftler, Schriftsteller und Filmproduzenten auf dem Kongress empfangen. Vielleicht werden wir in der Zukunft auch Sektionen anbieten, in denen internationale Wissenschaftler ihre Arbeiten präsentieren können.

Europolar: Das Krimi-Genre ist so riesengroß, dass es fast unmöglich scheint, alle Strömungen zu kennen. Welche Strömungen haltet ihr in der zeitgenössischen iberoamerikanischen Literatur für besonders wichtig?

Àlex Martín Escribà: Die wichtigste Strömung ist die, die die Dinge erzählt, die den Leuten zustoßen, wie Raymond Chandler sagte. Eines der wichtigsten Merkmale des Kriminalromans ist die in ihm enthaltene Gesellschaftskritik; das muss besonders hervorgehoben werden.

Europolar: Warum habt ihr die Kongressakten jedes Jahr in einem anderen Verlag veröffentlicht?

ÀME: Wir wollten der Veröffentlichungen den Anstrich eines attraktiven Buchs verleihen, das sich von den “klassischen” Kongressakten entfernen sollte. Wir dachten, dass die beste Art, das zu erreichen darin besteht, jeder Veröffentlichung einen anderen Titel zu geben und das Layout komplett zu ändern, damit die Leser und auch wir selbst jeden Band mit einer bestimmten Thematik verbinden können.

Europolar: Welcher der bisherigen Kongresse hat euch am besten gefallen und warum?

JSZ: Diese Frage zu beantworten ist so, als würde man ein Kind zwingen, zwischen Mamma und Pappa zu wählen... Alle Kongresse hatten etwas ganz Besonderes. Jedes Jahr haben wir dazugelernt, interessante Menschen kennengelernt und die Veranstaltung sehr genossen. Vielleicht waren die ersten Kongresse diejenigen, über die wir uns am meisten gefreut haben, da sie bestätigten, dass ein Projekt, das aus dem Nichts ohne irgendwelche Ansprüche entstanden war und ohne sie Sicherheit, dass es weitergehen würde, sich materialisieren und über hundert Personen versammeln konnte, zu denen auch Persönlichkeiten wie Román Gubern, Alicia Giménez Bartlett, Francisco González Ledesma oder Vicente Aranda zählten.

Europolar: Was war für euch dieses Jahr das Highlight des Kongresses?

ÀME: Man könnte viele Dinge hervorheben. Eines von ihnen – und trifft auf jeden Kongress zu – ist die Untersuchung der Verbindung das Genres zur Wirklichkeit. Deshalb haben wir jedes Jahr versucht, jemanden einzuladen, der als Zeuge dieser konzeptuellen Dualität sprechen kann. Ein Gerichtsmediziner, ein Privatdetektiv, Journalisten und ehemalige Straftäter sind schon zu uns nach Salamanca gekommen, um von ihren Erfahrungen zu berichten.

Europolar: Plant ihr, den Kongress noch viele Jahre zu veranstalten?

ÀME: Das wissen wir noch nicht, aber das wäre schön. Das hängt von unserer Motivation, der Verfügbarkeit der Teilnehmer und natürlich der Finanzierung ab.

Europolar: Arbeitet ihr auch an Forschungsprojekten über Kriminalliteratur? Wollt ihr ein bisschen davon erzählen?

JSZ: Meine hauptsächliche Forschungsrichtung, mit der ich mich in meiner Doktorarbeit befasst habe, hatte keine direkte Verbindung zum Kriminalroman, sondern bestand in der Untersuchung von Exilliteratur und Literatur aus Konzentrationslagern. Aber ich habe Artikel über James M. Cain, Juan Madrid oder Leonardo Padura veröffentlicht. Mit Àlex zusammen habe ich an vielen Themen über den Kriminalroman gearbeitet. Nach und nach bin ich zu der Schlussfolgerung gekommen, dass beide Themen mehr gemeinsam haben als man am Anfang vielleicht meint, da es bei beiden um Gewaltdarstellung geht, wenn auch in unterschiedlicher Form. Es ist in der Tat erstaunlich, dass viele Forscher wie Georges Tyras, José F. Colmeiro oder Albert Buschmann beide Themen bearbeitet haben.

Danke und viel Glück für den nächsten Kongress!


Offizieles Portal des Kongresses:
www.congresonegro.com


Bibliografía:

Kongressakten, herausgegeben von Javier Sánchez Zapatero y Àlex Martín Escribà:

1.    Manuscrito Criminal: Reflexiones sobre novela y cine negro. (I Congreso de Novela y Cine Negro 2005) Salamanca: Librería Cervantes 2006. 285 Seiten, 21,50 €

2.    Informe confidencial: La figura del detective en el género negro. (II Congreso de Novela y Cine Negro 2006). Valladolid: Editorial Difácil 2007. 358 páginas, 17 €

3.    Palabras que matan: Asesinos y violencia en la ficción criminal (III Congreso de Novela y Cine Negro 2007). Córdoba: Editorial Almuzara 2008. 336 Seiten, 16 €

4.    Geografías en negro: Escenarios del género criminal. (IV Congreso de Novela y Cine Negro 2008). Barcelona: Montesinos 2009. 300 Seiten, 18,50 €

Sammlung von spanischen Kriminalerzählungen, herausgegeben von Javier Sánchez Zapatero y Àlex Martín Escribà:

5.    La lista negra: nuevos culpables del policial español. Madrid: Salto de Página 2009. 320 Seiten, 21,95 €

 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 01 Juni 2010 )
 
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